Der absolute Langzeitmarktführer in Sachen Soft- und Hardware Microsoft wurde kürzlich erst tatsächlich vom Thron gestoßen. Es klingt gewöhnungsbedürftig, aber mit einem erstaunlichen Umsatz von umgerechnet 174 Milliarden Euro überholte Apple den Microsoft-Giganten, der lediglich bei “schlappen” 172 Milliarden Euro fortan auf Platz 2 der Soft- und Hardwarebranche rangiert. Damit hat sich Apple zum zweiterfolgreichsten Unternehmen Amerikas, hinter dem Mineralölkonzern ExxonMobil liegend, heraufgearbeitet.

Foto: Nina Matthews Photography
ExxonMobil, der absolute Gigant in Sachen Mineralöl und Gas hatte vergangenes Jahr noch einen Umsatz von 300 Milliarden US Dollar – umgerechnet knappe 236 Milliarden Euro. Im Jahr 2010 erwirtschaftete die ewige Nummer 1 auf der Rangliste der Unternehmen mit dem größten Umsatz nach einem leicht fallenden Trend 219 Milliarden Euro.
Doch dabei liegt der Grund für diesen enormen Erfolg Apples auf der Hand. Zunächst einmal sind wohl Errungenschaften wie das iPod, iPhone und mittlerweile nun das iPad wohl keinem Menschen weltweit entgangen. Die Nachrichtenportale berichten ständig über irgendetwas, das mit irgendeinem der neuen Produkte Apples zutun hat. Kein Wunder, dass Apple dabei einen so großen Erfolg verzeichnen kann. Der Fehler liegt hierbei bei Microsoft. Der Softwarekönig, mittlerweile nur noch Softwareprinz, zeigte sich sehr träge in seiner Reaktion auf diesen rasanten Fortschritt Apples und wird seit Monaten nicht mehr mit positiven Erinnerungen assoziiert.
Wo Apples Mac scheinbar flüssig und fehlerfrei läuft, zeigte Microsofts langersehnte Windows Vista große Fehler im System, besonders nach Veröffentlichung des Betriebssystems. Obwohl Microsoft grundlegend ein sicheres Paket und robuste Angebote hat, scheint Apple in einem Punkt klar überlegen zu sein – Marketing. Apples Werbemaßnahmen sind im Allgemeinen bei Weitem besser als Microsofts. Täglich wird man konfrontiert mit iPhones, iPods, dem iPad und das sowohl im großen WorldWideWeb als auch im Fernsehen. Microsoft war in dieser Hinsicht schon immer ruhig. Es fehlte immer an einem richtigen Konkurrenten, sodass es scheint, Microsoft habe sich fest in diesen sicheren ersten Platz verwurzelt und sei eben träge geworden.
Kritiker, die diesen Kampf gegen Microsoft und den Triumph verfolgten, sehen Apple als ein Unternehmen mit Zukunft und Visionen, das sich durch besonders effektives Marketing auszeichnet.
Aber bleiben wir realistisch. Wenn es heißt, Microsoft wurde überholt, dann reden wir immer noch über einen Umsatz von 172 Milliarden Euro. Es stehen noch alle Chancen offen.