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FIFA-Präsident entschuldigt sich

29 Juni 2010

Nun ja, da mag so einer denken, das komme zu spät, was FIFA-Präsident Sepp Blatter nun kürzlich erst tat. Auf jeden Fall zu spät kommt die Entschuldigung Blatters nun für England und Mexiko, die beide während ihres Achtelfinal-Spiels durch die Fehlentscheidungen der Schiedsrichter im Nachteil waren.


Foto: World Economic Forum

Spätestens diese Weltmeisterschaft hat uns gezeigt, dass die Fussballwelt in solch wichtigen Spielen unbedingt ein neues Regelwerk, vor allem aber neue Technologien benutzt. Im Tennis zum Beispiel werden sofortige Video-Replays als gültiger Spielgegenstand akzeptiert und so gewinnt der ein oder andere dann doch mal fairerweise den Satz.
Es ist weniger als vier Monate her, als FIFA-Generalsekretär Jerome Valcke öffentlich bekanntgab, dass die Diskussionen um eben solche technologischen Erweiterungen in der FIFA, die dies eindeutig ablehnt, beendet seien.

Spiele wie das Deutschland-England-Spiel oder ebenso Mexiko – Argentinien zeigen uns immer wieder, dass auch Schiedrichter, so topfit und auf der Spur sie auch sind, nur normale Menschen sind und natürlich auch Fehlentscheidungen treffen – zum Unvergnügen einer Fussballmannschaft. Während beim Spiel Deutschland – England ein klarer Torschuss Frank Lampards nicht gewertet wurde, wurde es das klare Abseits-Tor des argentinischen Stürmers Tevez umso mehr. Die einen sagen, solche Fehler können jedem passieren, die anderen sagen, dass solche Fehler entsprechend der Wichtigkeit des Turniers nicht in Frage kommen. Erst kürzlich wurden Projekte, die letztendlich von der FIFA abgelehnt wurden, vorgestellt, um besonders solche Torlinien-Fragen beantworten zu können. Adidas brachte einen Ball mit einem eingebauten Chip auf den Markt. Durch diesen eingebauten Chip wäre es möglich, den Standort des Balles zu jeder Zeit kontrollieren zu können. Dadurch wären ein Teil der Fehlentscheidungen sicherlich eindämmbar.

Sepp Blatter entschuldigte sich öffentlich bei der englischen und mexikanischen Fussballmannschaft für diesen vermeidbaren Verlauf des Spiels und laut eigener Aussage akzeptierten es beide Nationen.
Er versprach, dass beim nächsten Business Meeting der FIFA, Ende Juli, die Frage um die technologischen Erweiterungen bei der FIFA wieder aufgenommen werde und gab zu, dass es unbestreitbar ist, dass sich etwas ändern muss bei der FIFA.

Andererseits ist Fussball nunmal ein Spiel, dessen Ausgang beim Schiedsrichter liegt. In erster Linie geht es um den Sport und Fair Play und so, wie ein Ball zum Fussball gehört, so ist es ebenfalls absolut normal, dass Schiedsrichter Fehlentscheidungen treffen können. Das gehört nun eben auch dazu.

England muss nach Hause

28 Juni 2010

“Football’s coming home” möchte man da doch gleich vor sich hinträllern. Beim gestrigen Viertelfinalspiel in Südafrika kam es zu einer historisch wertvollen Begegnung. Zwei Erzrivalen, die sich der Tradition treu bleibend, in einer Weltmeisterschaft gegenüberstehen. Deutschland gegen England hiess es gestern Abend und die deutschen Fans wurden nicht enttäuscht. Deutschland gewinnt mit einem 4:1 Sieg gegen eine getroffene und enttäuschte Mannschaft Englands.


Foto: Kieran Lynam

Manche mögen sich nach dieser Partie gestern an die Weltmeisterschaft 1966 in Uruguay erinnern, bei dem Deutschland und England im Finale angetreten sind. Nach regulärer Spielzeit im Wembley-Stadion stand es 2:2 und so ging es in die Verlängerung. In dieser Verlängerung, die letzten Endes einen Spielstand von 4:2 für die Engländer brachte, fiel ein in Deutschland noch bis heute nicht vergessenes Tor. Der englische Stürmer Geoff Hurst schoss mit voller Wucht gegen die Latte. Der Ball prallte auf die Linie und anschliessend wieder aus dem Tor. Es gilt heutzutage durch entsprechende Videobeweise als bewiesen, dass dieses Tor eigentlich gar kein Tor war, doch der Schiedrichter sah das damals nicht so.

Ähnliche Situation erfuhr gestern England. Kurz nach dem 2:0 für Deutschland gelang es der englischen Mannschaft innerhalb kürzester Zeit zu kontern und zum 2:1 durch einen Kopfball aufzuholen. Wieder kurze zeit später gelang es Frank Lampard, ein weiteres Tor zu erzielen, das jedoch vom Linienrichter nicht als solches gezählt wurde. Lampard schoss ebenfalls wie sein Vorgänger vor 44 jahren, Geoff Hurst, an die Latte. Der Unterschied ist jedoch, dass der Ball über die Linie und somit ins Tor kam. Völlig demoralisiert durch dieses Ergebnis übernahm letztendlich eine junge und voller Elan spielende deutsche Mannschaft mit einem klaren 4:1 Sieg.

Ob das nun “der” Ausgleich für das in Deutschland genannte “Wembley-Tor” war oder nicht – aus sportlicher Sicht war es zu erkennen, dass eine junge, frische deutsche Mannschaft klare Vorteile hat gegenüber der “Golden Generation” Englands, die mit der wohl ältesten Mannschaft in das Turnier startete.

Schade jedoch für den Superstar Wayne Rooney, der in diesem Turnier wohl als einer der Torjäger-Favoriten galt und gefürchtet war, im Endeffekt jedoch kein einziges Tor erzielte für seine Mannschaft.
Das obrige Bild (Photograph: Joern Pollex/Getty Images Photograph: Gero Breloer/AP) zeigt den deutschen Torhüter Manuel Neuer während Frank Lampards Schuss, der eindeutig ins Tor ging, danach wieder abprallte und in die Hände Neuers gelang.